#015 Immer verfügbar, alles muss schnell? Wie dagegen Geduld unser Nervensystem schützt

Shownotes

👉 https://angst-toolbox.de/check-podcast – Bist du auch ungeduldig? Mache jetzt den Nervensystem-Check (kostenlos) und finde endlich heraus, warum du trotz allem, was du schon weißt und versucht hast, nicht rauskommst.

Ungeduld, Stress und das Gefühl, immer sofort alles haben zu müssen – kennst du das? In dieser Folge spreche ich darüber, wie unsere ständige Suche nach sofortiger Verfügbarkeit, Leistungsdruck und der Vergleich mit anderen unser Nervensystem aus dem Gleichgewicht bringen. Ich teile mit dir, warum Geduld heute so schwerfällt, wie das mit Angst, Erschöpfung oder Depressionen zusammenhängt und was du tun kannst, um wieder mehr innere Ruhe zu finden. Lass dich inspirieren von einer kleinen Metapher und erfahre, wie du den Kreislauf aus Stress und Ungeduld durchbrechen kannst. Diese Episode ist für dich, wenn du dich nach mehr Gelassenheit und Vertrauen ins Leben sehnst.

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ÜBER DIESEN KANAL:

Ich bin Axel – psychologischer Berater und vorher selbst achteinhalb Jahre in der Angststörung gewesen. Ich spreche über das, was wirklich hilft – nicht als Theorie, sondern aus eigener Erfahrung und aus hunderten Gesprächen mit Menschen, die genauso feststecken wie ich es tat.

Alle Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei akuten Beschwerden wende dich bitte an einen Arzt oder Therapeuten.

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00:00:00: Wir sind es gewohnt, dass alles immer und überall sofort verfügbar ist. Wir kennen das vom Streaming oder von der Same-Day-Lieferung. Wir verlernen dadurch die Fähigkeit, auch mal auf etwas zu warten. Kennst du das? Dann ist diese Episode genau richtig für dich.

00:00:29: Wenn du momentan in einer Krise steckst, also zum Beispiel Ängste empfindest oder Traurigkeit oder eine sehr starke Erschöpfung, dann hast du natürlich gerade andere Sorgen, als dich um das Nicht-warten-Können oder deine Ungeduld zu kümmern. Aber nicht für die Krise selbst ist das ein guter Punkt, dass man mal drüber spricht, sondern eventuell ist es auch ein Punkt, weshalb dein Nervensystem überhaupt außer Kontrolle geraten ist. Vielleicht ist die Ungeduld und die fehlende Fähigkeit zu warten auch dein Problem. Aber keine Sorge, das geht, ich will mal sagen, fast allen so. Wir sind heutzutage in dieser Gesellschaft einfach einen anderen Lebensstil trainiert. Wir haben so viele Dinge sofort verfügbar: das Internet, das Smartphone, der Streamingdienst. Wie gesagt, wir haben in der heutigen Leistungs- und Druckgesellschaft ein wenig verlernt, einfach auch mal abzuwarten, mal den Dingen ihren Lauf zu lassen, ein bisschen Geduld zu bewahren, wenn es darum geht, dass sich vielleicht ein Problem löst oder dass sich Sachen auch mal in die eine oder in die andere Richtung entwickeln. Und das geht dir nicht alleine so – das kenne ich auch sehr, sehr gut. In meiner Beratung berichten eigentlich auch fast alle davon, dass sie, wenn sie etwas abwarten müssen, bis sich Dinge vielleicht entwickeln, eine innere negative Unruhe spüren und am liebsten die Sache beschleunigen würden. Und das könnte ein guter Grund sein, weshalb das Nervensystem außer Kontrolle geraten ist. Was das mit dem Nervensystem macht, wenn es über mehrere Jahre daraufhin trainiert wird, dass immer etwas passieren muss, damit man sich gut fühlt, das erkläre ich auch ganz genau in der Angst-Toolbox. Das ist nämlich wirklich wichtig, mal zu verstehen: Was passiert eigentlich biologisch in unserem gesamten Körper, in unserem gesamten Organismus? Und dass das vor allem nicht von der Natur vorgesehen ist, dass wir nicht abwarten können.

00:02:16: Zum Thema Geduld habe ich auch eine kleine Metapher, ein kleines Beispiel. Und zwar weißt du ja, dass aus einer Raupe ein Schmetterling wird – im Idealfall. Das heißt, die Raupe verkriecht sich in einen Kokon, und dort reift sie zu einem schönen Schmetterling heran. Jetzt weißt du ja auch, dass dieser Prozess eine Zeit lang dauert. Aber stell dir mal vor, du wärst derjenige, der diesen Prozess steuert, und würdest jetzt einfach aufgrund deiner inneren Unruhe nicht abwarten können, bis dieser Schmetterling endlich aus dem Kokon schlüpft. Dann hättest du natürlich die Möglichkeit, den Kokon aufzuschneiden, um den Schmetterling früher rauszuholen, ihn aktiv zu befreien, damit er endlich in die Welt hinausfliegen kann. Was wäre aber die Konsequenz? Dieser Schmetterling – ja, er wäre ein Schmetterling, aber er wäre unterentwickelt, er würde wahrscheinlich selber gar nicht fliegen können und würde schätzungsweise auch sterben, weil er noch nicht die Kraft entwickelt hat, selber von innen diesen Kokon zu öffnen und mit seiner eigenen Kraft, mit seiner eigenen Entwicklung dann in die Welt hinauszufliegen. Das heißt, dieser Prozess wird von der Natur gesteuert – in der Entwicklung und auch in der Zeit – und deswegen kann man ihn nicht beschleunigen, schon gar nicht. Geduld ist also Teil des Wachstumsprozesses. Und dieser Wachstumsprozess aus der Metapher lässt sich wunderbar auf dein und mein Leben übertragen, zum Beispiel, wenn es einfach darum geht, ein glückliches Leben zu führen. Und darum geht’s eigentlich in dieser Episode: dass wir mal weg von dieser Problemorientierung kommen – was tun wir denn jetzt in der Krise? Natürlich ist auch Geduld eine unheimlich wichtige Sache, ein ganz wichtiges Instrument oder eine Tugend, wenn wir aus einer Angststörung, einem Burnout oder einer Depression herauskommen möchten.

00:04:16: Natürlich habe ich auch in den letzten Folgen häufiger erwähnt, dass Geduld und Abwarten und viel Zeit ein sehr wichtiger, ein essenzieller Baustein in der Bewältigung von Angststörung, Depression, ständiger Erschöpfung oder was auch immer du gerade empfindest, ist. Aber wie gesagt, es könnte auch sein, dass dein Nervensystem deswegen so am Anschlag ist, so aus der Kontrolle geraten ist, weil du eben wenig Geduld im Alltag bewiesen hast oder weil du grundsätzlich einfach ein sehr schneller Mensch bist. Du möchtest, dass die Dinge vorangehen, und du hast vielleicht wirklich an der ein oder anderen Stelle oder generell einfach keine Zeit – im wahrsten Sinne. Du kannst nicht mal abwarten, und du kannst auch relativ leicht rausfinden, ob das wirklich bei dir der Fall ist und ob du daran etwas tun solltest.

00:05:12: Doch zunächst mal möchte ich fünf Dinge, fünf Beispiele nennen, die dich auch erkennen lassen, warum wir in der heutigen Zeit einfach keine Geduld mehr haben – in den meisten Fällen. Und zwar ist es einmal, wie ich in der Einleitung sagte, die sofortige Verfügbarkeit. Also denk wirklich daran: Wenn du jetzt vielleicht Serien guckst mit einem Streamingdienst, dann ist es ja heutzutage üblich, dass du jederzeit sagen kannst: Ich möchte jetzt meine Lieblingsserie durchgucken – die komplette erste, zweite, dritte Staffel möchte ich durchgucken. Und nicht wie früher – also ich kenne das noch aus meiner Jugend, dass ich warten musste bis zum nächsten Mittwoch um 21:00 Uhr, bis die nächste Folge kam. Dann habe ich die geguckt, habe sie genossen, und dann war das für mich völlig selbstverständlich, dass ich eine ganze Woche auf die nächste Folge warten muss. Das haben wir heutzutage kaum noch. Wenn wir eine Ware brauchen, ein Produkt, das wir kaufen, dann ist es im Internet zu bestellen, und wir erwarten es spätestens am nächsten Tag. Es gibt ja auch eine Same-Day-Delivery – die kenne ich aber jetzt hier nicht, wir wohnen ja auf dem Land, und da gibt es die noch nicht. Habe ich sie noch nicht ausprobiert, ist mir auch nicht ganz so wichtig, aber ich möchte natürlich meine Produkte auch schnell bekommen. Und schlimmer noch – und da zähle ich mich auch zu: Ich bin ja so ein 24/7-Mensch. Wenn ich eine Reise buchen möchte, wenn ich mich über einen Autokauf informieren möchte, wenn ich eine Transaktion ausführen möchte, zum Beispiel eine Überweisung tätigen möchte, dann möchte ich die auch gerne um Mitternacht machen und am liebsten wirklich unabhängig von irgendwelchen Öffnungszeiten. Das heißt, ich bin auch gewohnt, diese ständige Verfügbarkeit zu haben. Ich liebe das, aber ich weiß, im Endeffekt bringt es sehr, sehr viel Stress mit sich. Und gerade jetzt in Zeiten von KI bekommen wir eine richtig gut ausgearbeitete Antwort innerhalb von einer halben Sekunde. Das war früher so nicht möglich. Wenn wir etwas wissen wollten, mussten wir uns in der Bibliothek oder im eigenen Lexikon nachschlagen, und dann hatte es nicht diese Reife und diese Vollständigkeit. Wir sind also auch ganz schön verwöhnt durch diese sofortige Verfügbarkeit.

00:07:45: Dann gibt es den Vergleich: Soziale Medien vermitteln uns ständig, dass andere schneller, erfolgreicher oder glücklicher sind, und das erzeugt natürlich mehr Ungeduld bei uns selbst und es stärkt unsere Unzufriedenheit, einfach indem wir uns selbst sehen und uns mit anderen vergleichen. Das ist völlig normal, dass wir das tun, aber in dem Falle absolut kontraproduktiv.

00:08:14: Dann drittens: die Reizüberflutung. Auch dazu habe ich schon eine Episode gemacht, zumindest habe ich in einer Episode darüber gesprochen. Wir sind immer erreichbar – ist die Frage, ob wir das zulassen. Wir möchten auch, wenn wir gerade vielleicht mal für uns sein wollen, trotzdem auf alles Zugriff haben. Und da ist ja ganz zentral auch das Internet. Das heißt, wir nehmen unser Handy, unser Smartphone auch wirklich überall hin mit – in der Regel. Eventuell bist du da jetzt auch eine Ausnahme, aber die allermeisten machen das, und ich kenne es bei mir selber auch. Ich ertappe mich da ja oft bei, dass ich selbst so kleine Minipausen damit verbringe, mal eben was nachzuschlagen oder zumindest etwas aufzuschreiben, was mir gerade in den Sinn kommt. Also dieses Smartphone kann ich auch nicht mehr wegdenken. Wir suchen also ständig nach Beschäftigung oder auch nach Ablenkung. Und wenn dich interessiert, warum wir diese Sucht im Laufe der Zeit entwickelt haben und warum es so schwer ist, daraus zu kommen, dann schau dir mal die Angst-Toolbox an – da habe ich das gut erklärt und natürlich auch Maßnahmen für dich parat, wie du systematisch wirklich daraus kommst. Denn das ist immer wieder ein Stress-Treiber: Reizüberflutung, ein Phänomen unserer modernen Gesellschaft, ganz klar.

00:09:51: Dann ganz wichtig, viertens: unsere Leistungsorientierung. Vielleicht kennst du dieses Netzwerk LinkedIn, aber auch die anderen Netzwerke, ob das jetzt private oder Videoplattformen sind – sie sind ja immer so ein bisschen damit verbunden, dass man möglichst viel schafft und erreicht und gelobt werden möchte. Und es wird gefeiert, wenn man irgendeinen Meilenstein erreicht hat, und es wird nach außen immer dieser Eindruck vermittelt, man muss diese Zeit nutzen. Dieser bescheuerte Spruch „Live fast, die young“ – also ich glaube, das ist sogar eine Modemarke. Ich kann damit ja so gar nichts anfangen, ganz im Gegenteil, ich finde das wirklich ganz, ganz schlimm, um ehrlich zu sein. Vielleicht habe ich da auch diesen Sinn für diesen Humor nicht, aber das ist ja genau das, was uns Stress macht. Wieso sollen wir denn nicht auch mal ein bisschen warten können, ein bisschen zur Ruhe kommen können – und zwar auch, wenn wir jung sind? Warum müssen wir denn immer die Zeit nutzen – im Sinne von: jede Sekunde etwas tun? In unserer Gesellschaft wird mal warten, zur Ruhe kommen, als Zeitverschwendung angesehen. Also jetzt mal überspitzt gesagt: Als ich letztens durchs Dorf ging – ich war nicht am Joggen und ich hatte keinen Hund an der Leine, ich habe keinen Hund – ich bin einfach durchs Dorf gegangen, kam der Nachbar mit dem Auto vorbeigefahren, und es ist wirklich wahr, macht das Fenster runter und fragt mich, wo ich denn hin möchte. Er könnte mich mitnehmen. Und da habe ich gesagt: Vielen Dank, ist total lieb von dir, aber ich möchte einfach mal eine Runde durch den Ort gehen. Also ich als Mann ganz alleine tagsüber eine Runde durch den Ort – ich finde das nicht ungewöhnlich. Mir macht das Spaß, mir bringt das Freude, und es ist für mich einfach mal Entspannung. Und von anderen wird es oft so gesehen – so auch mein Eindruck mit dem Nachbarn: Was machst du da? Du willst doch bestimmt irgendwo hin, und ich könnte das jetzt beschleunigen, damit du schneller ans Ziel kommst. Das heißt, ohne Hund und ohne Laufschuhe ist es Zeitverschwendung, wenn du da jetzt entlang gehst, einfach so, ohne Grund. Ja, aber der Grund ist ja, dass ich entspanne. Na, also du verstehst, was ich damit sagen möchte. Und da ist unsere Gesellschaft einfach – die Effizienz, die wir immer haben wollen, das ist eine falsche Entwicklung. Dieses Abwarten als Verschwendung anzusehen, das kann auch nicht wirklich sein. Und es ist kein Wunder, dass so viele im Burnout landen.

00:12:28: Und zu guter Letzt der fünfte Punkt: der Verlust von Vertrauen. Wir haben das Vertrauen verloren, dass sich Dinge auch von selber entwickeln und auch von selber lösen können. Was tun wir stattdessen? Wir versuchen, Sachen zu beschleunigen, die uns unangenehm sind, die uns vielleicht auch mal die ein oder andere schlaflose Nacht bescheren. Wir grübeln so lange, bis wir eine Lösung gefunden haben – wenn wir zu einer Lösung kommen, wahrscheinlich sogar nicht –, aber wir können diese Wartezeit einfach nicht ertragen. Wir versuchen immer, irgendwas zu erzwingen, wir möchten es durch unsere Mitarbeit beschleunigen, und wir möchten es im Endeffekt auch kontrollieren. Und diese Punkte kennst du vielleicht auch, wenn du dich schon etwas länger mit der Angstbewältigung beschäftigst: Kontrolle erzwingen, Beschleunigung – das funktioniert nicht, das ist kontraproduktiv. Das reißt dich immer mehr in diesen Kreislauf des Stresses rein. Wir dürfen wieder Vertrauen gewinnen, dass sich die Dinge – zum Teil, natürlich nicht alle, aber viele, viel mehr Dinge, als wir glauben – auch von selber lösen können. Und gerade wenn es darum geht, dass wir unschöne Symptome spüren, dass wir in der Krise stecken, dass es uns nicht gut geht: Meistens hat die Natur genug Kraft und genug Ideen, genug Ressourcen, dass wir ganz von alleine dort rauskommen.

00:14:18: Auch wichtig: das Thema Multitasking. Ja, das ist natürlich – aber das ist diese Reizüberflutung schlechthin. Aber das bringt das Ganze wirklich noch mal auf den Punkt. Das heißt, während du auf eine Sache warten musst, beginnst du schon die nächste – und sei das Warten auch nur wenige Sekunden. Und jetzt machen wir’s mal ganz konkret: Was hast du denn so jeden Tag für erzwungene Wartezeiten? Überleg mal. So als Beispiel könnten das sein: das Warten an der roten Ampel. Vielleicht hast du ja so eine Kreuzung, die immer besonders lange rot ist. Oder ganz berühmt sind auch immer die schönen Bahnschranken – die sind manchmal minutenlang unten, und das kommt uns unglaublich, unglaublich stressig vor. Wir möchten noch möglichst schnell rüberkommen, weil ansonsten dauert ja eine gefühlte Ewigkeit. Vielleicht ist es auch bei dir das Warten auf den Bus oder das Warten auf den Aufzug. Und der Aufzug oder die rote Ampel sind in der Regel wenige Sekunden, das ist nicht viel. Und selbst wenn’s mal eine Minute dauert – was ist eine Minute auf den Tag gesehen? Und jetzt überleg weiter: Was machst du in dieser Phase? Mal ganz ehrlich, ich weiß, ich hatte diese Beispiele schon mal in einer Folge in diesem Podcast. Aber was machst du dann? Und ich gehe schon davon aus, dass du irgendwas tust, irgendwas zum Beschäftigen, zum Ablenken suchst. Bei mir ist es ganz oft – ich denke mal, wie bei vielen – ich nehme das Smartphone raus und schaue irgendwas nach oder schreibe irgendwas auf oder stelle irgendwas ein, einfach auch immer. Aber ich frage mich manchmal auch, warum ich das jetzt eigentlich mache. Und das hat sogar auch einen Nachteil, also noch einen weiteren Nachteil. Manchmal merkt man auch nicht, dass die Ampel grün wird, und dann wird man von hinten angehupt – und das ist ja auch nicht schön. Das macht dann auch wieder Stress. Und diese Minipausen, die der Alltag uns zwangsläufig bietet, die können wir lernen zu nutzen für eine wirkliche kleine mentale Pause. Und das ist etwas, da könntest du dran arbeiten, wenn du dich jetzt selber ertappt hast, dass das bei dir vielleicht auch genauso ist, wie ich es jetzt gerade erkläre.

00:16:48: Und zum Abschluss dieser Folge über die Ungeduld, in der du dich bestimmt an der ein oder anderen Stelle wiedererkannt hast, möchte ich dir noch einen Spruch geben, den ich selber immer wieder nett finde: „Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Und das ist wirklich sowas von wahr. Gras wächst so schnell, wie es selber möchte, wie die Natur es vorgesehen hat, und das ist mal schneller und mal langsamer. Und ich habe in der Angst-Toolbox, dem Programm zur Bewältigung von Angststörung, Erschöpfung, permanenter innerer Unruhe, Panikattacken, eine eigene Lektion so genannt – vielleicht kennst du sie ja schon, vielleicht hast du sie auch schon gemacht. Und da geht’s natürlich darum, das Ganze bewusst zu machen – auch in dieser Episode –, vor allem aber konkrete Maßnahmen, konkrete Hilfestellungen, wie du es schaffst, auch mal zu akzeptieren, dass Dinge einfach ihre Zeit brauchen und dass Abwarten eine wunderbar entspannte Sache sein kann, um dann zu sehen, dass sich gewisse Probleme auch ganz von selber lösen können.

00:18:19: Menschen sind nur Gewohnheitstiere, aber wir können diesen Kreislauf, der uns irgendwann auch nicht gut tut – und wenn du dich jetzt nicht wohlfühlst, dann weißt du ja, dass auch Ungeduld durchaus daran schuld sein könnte –, dann können wir lernen, diese Gewohnheiten auch uns abzugewöhnen. Das geht auch, das erkläre ich exakt in drei Lektionen in der Toolbox. Und in der nächsten Episode schauen wir uns ein ganz, ganz wichtiges Thema auch noch mal an, und zwar: Mit wem sprichst du denn über das, was du jetzt gerade erlebst? Wie du möchtest – Krise, Erschöpfung, Depressionen, Angststörung – hast du dich deinen Menschen in deiner Umgebung anvertraut, oder behältst du das alles für dich? Oder sprichst du mit einem Freund drüber, oder versuchst du, da komplett alleine durchzugehen? Und ich sage dir zwei Gründe, weshalb es so sinnvoll und so hilfreich für dich wäre, wenn du dich anderen anvertraust, wenn du mit anderen darüber sprichst. Das muss jetzt nicht Gott und die Welt sein, aber es gibt zwei Dinge, die dich extrem weiterbringen würden. Warum das so ist, darüber sprechen wir in der nächsten Folge. Bis dann!

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