#018 Dein Nervensystem ist ein Kind – Warum du mit Logik nichts erreichst

Shownotes

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Nervensystem, Angst, Unruhe, Erschöpfung – warum du dein Nervensystem wie ein sensibles Kind behandeln solltest, erfährst du in dieser Folge. Ich zeige dir, warum Logik bei Angst und Stress oft nicht hilft und wie liebevolle Selbstzuwendung echte Ruhe bringt. Lass dich inspirieren, dein inneres Kind zu umarmen und neue Wege aus der Überforderung zu finden – für mehr Gelassenheit im Alltag.

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ÜBER DIESEN KANAL:

Ich bin Axel – psychologischer Berater und vorher selbst achteinhalb Jahre in der Angststörung gewesen. Ich spreche über das, was wirklich hilft – nicht als Theorie, sondern aus eigener Erfahrung und aus hunderten Gesprächen mit Menschen, die genauso feststecken wie ich es tat.

Alle Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei akuten Beschwerden wende dich bitte an einen Arzt oder Therapeuten.

Transkript anzeigen

00:00:00: Stell dir vor, dein Nervensystem ist wie ein kleines Kind: sensibel, schnell überfordert und viel stärker als dein Verstand. Warum du es nicht mit Logik beruhigen kannst, sondern mit liebevoller Zuwendung echte Ruhe findest, erfährst du in dieser Episode – bleib unbedingt dran. Ich möchte dir in dieser Episode wirklich nahebringen, warum das Nervensystem auch der Schlüssel gegen Angst, Unruhe und Erschöpfung ist. Wir versuchen immer, wenn wir in einer Krise stecken oder ein Problem haben, so viel auch mit dem Kopf zu lösen, dass wir logisch denken und über eine Formel im Endeffekt genau wissen: Ach, das muss ich tun, und dann wird das schon besser. Doch das kommt bei einer psychischen Belastung wie einer Angststörung schnell an seine Grenze. Das Nervensystem – das müssen wir erst einmal verstehen, dass es das gibt und dass es der Dreh- und Angelpunkt ist, um Ruhe zu finden und im Endeffekt auch die Krise zu bewältigen. Ich selbst habe diese Krise ja durchlebt, und sie hat bei mir, wenn man alles zusammen nimmt, mehrere Jahre gedauert. Ich habe damals das Bild vom kleinen Kind als Metapher für das Nervensystem kennengelernt und möchte dir gleich erzählen, warum das für mich so außerordentlich hilfreich war.

00:02:27: Stell dir vor, dein Nervensystem ist wie ein kleines Kind, das nachts im Dunkeln aufwacht und höllische Angst hat. Du kennst das bestimmt noch, wie das bei dir war, oder vielleicht hast du auch Kinder und weißt, dass das bei Kindern vorkommt. Dieses Kind ruft in dem Moment, wenn es aufwacht und vielleicht Panik hat, nicht nach einer mathematischen Formel, sondern es möchte eine warme Umarmung haben – von einem vertrauten Menschen, vielleicht von dir als Mama oder Papa. Es braucht jemanden, der sagt: „Hey, ich bin da, alles ist gut.“ Genau diese Fürsorge braucht dein inneres Kind, und das ist dein Nervensystem. In Momenten der Angst und Unruhe ist dein Nervensystem ein uraltes System, das immer noch so funktioniert wie vor vielen tausend Jahren und wie bei vielen Tieren. Das hat mit Logik nichts zu tun, sondern möchte einfach beruhigt und lieb gehabt werden. Wenn du schon länger in einer psychischen Krise steckst, die permanente Belastung bei dir hervorruft – beispielsweise Erschöpfung, Anspannung oder auch depressive Verstimmungen, die du schon länger hast – dann ist es nicht alleine damit getan, dass du mit deinem Nervensystem sprichst, es umarmst (bildlich gesprochen) und sagst: „Ich hab dich lieb, alles wird gut.“ Die Probleme sind dann nicht einfach weg. Das funktioniert natürlich nicht, aber auch hier ist das Nervensystem genau das, um das du dich auf jeden Fall mehr kümmern solltest.

00:04:54: Selbstfürsorge ist ein großer Begriff, der wichtig ist und in diesem Podcast immer wieder eine Rolle spielt. Das Nervensystem zu pflegen oder die „Nervensystem-Arbeit“, wie man auch sagt, ist ein Teilbereich davon. Du kannst dich jetzt mal selbst fragen: Hast du das Nervensystem schon mal als Ziel deiner Bewältigungsstrategien gesehen? Kennst du dich mit dem Nervensystem aus? Weißt du, wie es funktioniert und warum das so wichtig ist? Und warum das aus der Kontrolle geratene Nervensystem auch „schuld“ ist an deiner Situation (technisch formuliert – natürlich ist es nicht wirklich schuld)? Ist dir klar, dass nicht ein Therapeut oder ein Medikament oder die eine oder andere kleine Maßnahme zwischendurch im Endeffekt das Problem lösen kann, sondern dass du dich um dein Nervensystem kümmerst, es verstehst und an den richtigen Stellen trainierst, sodass es sich erholt – peu à peu? Wenn du schon lange leidest, wird es auch seine Zeit dauern, aber es wird passieren, wenn du ein wenig Geduld mitbringst. Geduld ist ja ein Thema, das ich in einer der letzten Episoden ausführlich besprochen habe. Wenn du diese Podcast-Episode jetzt hörst, hör sie natürlich erst mal zu Ende. Wenn du dann weißt, dass das genau dein Ding ist, dass du hier mehr Wissen aufbauen musst und einfach mehr Infos brauchst, weil du bisher einfach anders über das Nervensystem gedacht hast oder vielleicht gar nicht daran gedacht hast, dann möchte ich dir natürlich auch meine Hilfe anbieten.

00:07:21: Du kannst mich und mein Team gerne kontaktieren, und es gibt ja auch die Angst Toolbox. Das ist ein Programm, das sich speziell darum kümmert, dass Ängste, Panikattacken und Erschöpfung bewältigt werden – und zwar schrittweise und an der richtigen Stelle angesetzt. Das geht nicht von heute auf morgen. Wenn du dich dafür interessierst und erkennst, dass das für dich genau der richtige Weg ist, dann schau doch einfach mal rein. Wenn ich vom Nervensystem spreche, dann muss ich das noch ein wenig konkretisieren. Es handelt sich nämlich hier um das autonome Nervensystem, auch vegetatives Nervensystem genannt. Also das, was vollständig unabhängig von deiner Kontrolle und Steuerung funktioniert. Das ist natürlich lebensnotwendig, weil es all deine Vitalfunktionen steuert, aber auch für deine Stimmung und im Endeffekt für deine mentale Gesundheit oder überhaupt deine Gesundheit verantwortlich ist. Bei Angst und Stress hat es eine ganz wichtige Aufgabe.

00:09:48: Es ist wichtig für dich zu verstehen: Das Nervensystem – und wir sprechen hier vom vegetativen Nervensystem – reagiert nicht logisch oder rational, sondern äußerst emotional und instinktiv. Deswegen auch der Vergleich mit dem kleinen Kind. Wenn man jetzt eine körperliche Zuordnung möchte, nur damit du dir das besser vorstellen kannst: Das zentrale Nervensystem befindet sich im Kopf und im Rückenmark, bestehend aus Millionen, vielleicht noch mehr Nervenzellen, die sehr schnell Impulse übertragen können. Dann gibt es noch das periphere Nervensystem – das ist zum Beispiel dafür da, was du mit den Fingern fühlst oder mit der Nase riechst, ans Gehirn weiterzuleiten. Die arbeiten auch Hand in Hand, aber es geht nicht um diese Lokalisation, wenn wir vom vegetativen Nervensystem sprechen. Das ist eine andere Ebene, die ausdrückt: Das ist das gesamte Nervensystem, aber der Teil, der komplett automatisch, ohne dein Zutun, funktioniert – in jedem Fall und immer. Das ist außer Kontrolle geraten, wenn du dich gerade nicht gut fühlst. Dieses Nervensystem haben wir jetzt eben dargestellt als ein kleines, sensibles Kind, das schnell erschrickt, Nähe sucht und sich nach Geborgenheit sehnt – grundsätzlich immer. Natürlich kann dieses kleine Kind auch spielen und sich alleine beschäftigen, das gehört einfach zur gesunden Entwicklung dazu. Aber immer, wenn das Kind in eine Situation gerät, in der es selbst nicht weiterkommt, sucht es sich Hilfe – vor allem bei Erwachsenen. Du bist der Erwachsene, der sich deinem inneren Kind, deinem Nervensystem, annehmen darf und ihm hilft.

00:12:15: Stell dir jetzt mal vor: Dieses kleine Kind hat Angst und wendet sich mit dieser Angst entweder vertrauensvoll an dich, oder du bemerkst, dass es Angst hat, ohne dass es das sagen muss. Dann hilft es nicht, es zu beschimpfen oder zu ignorieren. Es braucht Zuwendung, Verständnis und Beruhigung. Genau so solltest du auch mit deinen Symptomen und deinem inneren Stress umgehen. Es hilft nichts, wenn du dich selbst beschuldigst, dass du schon wieder in dieser Situation steckst, warum du es bisher nicht geschafft hast, daraus zu kommen, warum immer wieder diese Rückfälle kommen oder warum du dies und jenes tust und die Gewohnheit nicht lassen kannst. Diese Vorwürfe bringen überhaupt nichts, außer dass sie neuen Stress verursachen. Es ist wichtig, dass du liebevoll auch mit den Dingen umgehst, die nicht so gut funktioniert haben, dass du einfach aus dem Vorwurfsmodus rauskommst – falls du dir Vorwürfe machst, ich weiß ja nicht, wie das bei dir ist.

00:14:42: Bei mir war das damals nicht das Problem, ich war eigentlich immer schon sehr... aber vielleicht noch einen Schritt weiter, und das ist auch bei mir das Problem gewesen: Ich habe immer versucht zu hinterfragen, warum das jetzt so ist, was der Hintergrund ist, warum ich wieder in dieser Phase, dieser Situation bin. Auch das bringt eigentlich nichts. Natürlich kann man hin und wieder mal versuchen, rational zu überlegen: Was habe ich denn gestern gemacht? Wie habe ich mich verhalten? War das vielleicht ein Grund dafür, dass ich mich heute so fühle? Aber es wird oft nicht zum Ziel führen, und deswegen sollte ich diesen Gedanken auch irgendwann wieder verwerfen und nicht vehement nach dem Grund suchen. Es geht darum, einfach erst mal anzunehmen, dass ich mich nicht gut fühle, dass das kleine Kind Angst hat – und nicht unbedingt zu hinterfragen, ob das jetzt gerade sinnvoll ist, dass es Angst hat. Das ist ja nun mal ein Fakt. Die Stresshormone sind ja nun mal da, die lassen sich jetzt nicht wegdenken durch Logik. Sie sind da, und sie lassen sich abbauen, indem man liebevoll die Situation beruhigt. Dann werden Stresshormone auch wieder abgebaut.

00:17:09: Warum ist denn der Verstand oft machtlos – der erwachsene Verstand? Ich habe das in einer meiner letzten Folgen ein bisschen von der körperlichen Seite her erklärt: Der Frontalkortex ist ein relativ großer Bereich unseres menschlichen Gehirns, der sich im Laufe der Jahrtausende immer weiter entwickelt hat. Das ist auch etwas, was wir Tieren häufig voraus haben. Wir können sehr, sehr logisch denken und viele Alltagsprobleme lösen, aber das Nervensystem können wir mit Logik überhaupt nicht erklären. Wir können es vor allem auch nicht wegdiskutieren oder mit unseren Gedanken versuchen zu beruhigen – zumindest nicht, indem wir immer wieder einen Grund suchen oder eine Technik anwenden, die beruhigen soll. Hier geht es wirklich um uralte Methoden, wie Tiere sich vielleicht gegenseitig beruhigen oder sich selbst beruhigen – das weiß ich jetzt nicht, ob die das schaffen –, aber wie wir eben ein Kind beruhigen. Ich glaube, diese Vorstellung ist die, die jeder von uns kennt. Der Wille, die Symptome wegzudenken, verstärkt oft nur die Unruhe. Das Kind fühlt sich dann noch weniger verstanden, und das ist alles andere als konstruktiv in diesem Moment.

00:19:36: Du hast vielleicht in der Angst Toolbox, wenn du sie schon kennst, auch die Lektion schon gehabt, in der ich genau erkläre, wie das Nervensystem funktioniert – das vegetative Nervensystem. Ich habe dort auch den größten Vergleich gezogen, warum es vor allem tausendmal stärker ist als dein Verstand. Deswegen: Immer wenn es mit Gefühlen und auch mit Stresssymptomen zu tun hat, was du gerade erlebst, dann kann der Verstand vielleicht unterstützend wirken, aber er kann nicht als Chef das Problem lösen. Das geht auf körperlicher Ebene, indem du dein inneres Kind warm umarmst, es lieb hast und dafür sorgst, dass es geschützt ist und Ruhe hat. Hier gebe ich dir jetzt mal vier praktische Impulse, wie du dein Nervensystem liebevoll behandelst. Erstens: Sanfte Selbstzuwendung. Du kannst, wenn du das jetzt mal von deinem Kind oder von dem Kind, das du beruhigst, auf dich überträgst, dir selbst beruhigend immer sagen: „Ich bin da für dich.“ Du kannst es auch so formulieren: „Ich bin da für mich. Ich sorge für mich. Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben, und ich achte auf mich, dass es mir bald wieder gut geht.“ Zweitens – und da geht es jetzt konkret auch in die Techniken, mit denen du das unterstützen kannst: Mache sanfte Atemübungen, das beruhigt nachweislich, baut Stresshormone ab. Oder auch sanfte Bewegungen, um das kleine Kind, also dein Nervensystem, sanft zu wiegen. Stell dir jetzt ein kleines Baby vor, das ein bisschen Bewegung braucht, und dann entsteht automatisch eine Beruhigung – das ist einfach in unserem Instinkt so drin. Sanfte Bewegung für dich bedeutet auch: Mach ein paar Schritte, bleib nicht immer nur sitzen oder liegen, geh ruhig mal ein bisschen raus – sanft, ohne Anstrengung.

00:22:03: Drittens: Kleine Rituale für dich, für Sicherheit und Geborgenheit im Alltag – und das ist individuell unterschiedlich. Ich selbst habe damals während meiner Krise sehr, sehr oft die Einsamkeit gesucht, also die für mich angenehme Einsamkeit. Ich wollte einfach alleine sein, Rückzug. Ganz praktisch natürlich die Entscheidung, wenn man auf einer lauten Feier ist oder da, wo viele Menschen sind – immer dieses Beobachtetwerden, etwas sagen müssen und vielleicht auch einfach nur die Lautstärke zu ertragen. Deswegen habe ich mich schon zurückgezogen. Aber es ging auch darum: Ich wollte einfach mal die Augen schließen, einfach mal mein Fühlen und auch mal meine Symptome beobachten. Das ist ja auch eine wichtige Achtsamkeit. Das geht natürlich nicht, wenn ich mit mehreren Leuten an einem Tisch sitze – dass ich die Augen schließe und so in mich gehe, das funktioniert einfach nicht. Dann kommen Fragen, und das kann bei dir ganz unterschiedlich sein. Kleine Rituale für Sicherheit und Geborgenheit können alles Mögliche sein – vielleicht die heiße Dusche (das ist jetzt wieder etwas, was ich gerne mache), und ich weiß, dass Wärme auch intuitiv im Körper Geborgenheit auslöst. Bei mir zumindest, auch Sonnenstrahlen oder die Sauna. Grundsätzlich empfinde ich Wärme als sehr angenehm, und es ist ja auch so: Wenn man einen anderen Menschen umarmt oder ihn berührt, überträgt man auch Wärme. Der vierte Punkt: Hab Geduld. Wie bei einem Kind braucht auch das Nervensystem Zeit, um Vertrauen wieder aufzubauen, und das ist wirklich wichtig. Gib dir Zeit – wie lange, kann keiner sagen, das liegt auch daran, wie lange du schon in der Krise steckst. Dazu habe ich ja schon einiges in diesem Podcast erzählt, und ich habe auch eine eigene Episode über Geduld gemacht. Das ist wahrscheinlich klar, dass das seine Zeit dauert, aber dann nimm dir diese Zeit auch.

00:24:30: Was ändert sich im Endeffekt, wenn du aufhörst zu kämpfen, wenn du mehr fühlst als denkst, wenn du das Kind so annimmst, wie es ist – trotzig, ängstlich, gestresst, müde, erschöpft, was auch immer dein inneres Kind ist oder wie es sich fühlt? Wenn du es so annimmst und nicht mehr gegen seine Ängste kämpfst, entsteht echte Ruhe. Hier sind wir wieder beim Thema: Akzeptieren, was gerade da ist, keinen Widerstand mehr leisten gegen die eigenen Gefühle und stattdessen mit den Gefühlen mitgehen, sie innig fühlen und nicht weg haben wollen. Bei mir war das tatsächlich ein wichtiger Wendepunkt, als ich irgendwann wirklich geschafft habe, mehr zu fühlen und weniger weg haben zu wollen – also mein inneres Kind mehr umarmt habe und nicht gefragt habe: „Was ist denn dein Problem?“, sondern ich habe es so angenommen, wie es ist, und habe mir selbst Mut zugesprochen. Ich habe die Geduld gehabt, es immer wieder zu tun, und irgendwann wurde es dann wirklich von selbst besser – und meistens dann, wenn man gar nicht damit rechnet. Das war bei mir wirklich der Fall. Diese Episode ist, merke ich gerade selbst, vielleicht ein bisschen leiser, ein bisschen tiefer, aber ich finde sie wichtig, weil dein Nervensystem ja irgendwo auch – ich sag mal – „dumm“ ist oder zumindest nicht logisch denken kann. Es ist natürlich alles andere als dumm, schon klar, aber es ist nicht mit unseren gesellschaftlich etablierten Werkzeugen zu behandeln. Das geht nicht mit reinen Techniken und Methoden. Das Nervensystem ist ein großes Stück Natur, das sich nicht weiterentwickelt hat, weil es an sich schon super ist, wie es ist. Es ist halt simpel in seiner Aufgabe: Es soll dein Überleben und deinen Lebenswert erhalten und nicht für die kleinen Probleme im Alltag sorgen. Es wird von diesen kleinen Problemen aber belastet, und deswegen ist es in dieser Situation, in der es wahrscheinlich bei dir jetzt auch ist. Abschließend möchte ich dir noch mal sagen, dass es völlig in Ordnung ist, wenn dein Nervensystem, dein vegetatives Nervensystem, manchmal überreagiert. Es ist okay – nimm es so an wie ein äußerst großzügiger Vater oder eine äußerst großzügige Mutter, die ganz, ganz viel verzeiht. Du bist überhaupt nicht allein in der Situation – alleine in Deutschland gibt es derzeit mehrere Millionen Menschen, die sich eben nicht so fühlen, wie sie sich gerne fühlen möchten. Geh gerne noch mal in dich und versuche mal – auch wenn es vielleicht für dich erst mal fremd klingt –, mit deinem Nervensystem Kontakt aufzunehmen, mit ihm zu sprechen, so einen inneren Dialog zu führen. Das ist durchaus gesund. Das kannst du ja auch gerne machen, wenn kein anderer dabei ist und wenn es keiner hört. Vielleicht machst du es auch nur in Gedanken, aber wenn du es aussprichst, hat es noch mal eine stärkere Wirkung. Probier es ruhig mal aus – liebevoll, ruhig im Dialog – und behandle es dabei wirklich wie ein kleines Kind, das du endlos lieb hast. Gerade weil es doch auch eine recht persönliche Folge ist, möchte ich dich noch mal bitten: Wenn du das für dich passend findest, das Thema, dann schreib doch gerne mal in die Kommentare – je nachdem, auf welcher Plattform du diese Episode gerade hörst. Schreib ruhig mal deine Meinung oder auch deine Erfahrung in die Kommentare oder schreib uns eine Nachricht. Die Möglichkeit gibt es ja, und wir antworten auch darauf, weil mir natürlich auch so ein bisschen das Feedback von meinen Hörerinnen und Hörern fehlt: Wie kommen eigentlich die Episoden bei euch an, betreffen sie euch auch wirklich oder ist etwas anderes für euch interessant? Wünscht euch gerne Themen, ich bin wirklich offen dafür. Natürlich dann auch noch mal die Empfehlung: Wenn dich das Thema interessiert und du an deinem Nervensystem arbeiten möchtest, dann schau dir mal die Angst Toolbox an. Die ist speziell von mir erstellt für aktuell Betroffene, mit all dem Wissen, das ich – aber auch viele andere – gesammelt habe, während sie in der Krise waren. In der nächsten Episode geht es ein kleines bisschen wieder – ich sag mal – lustiger. Zu lustig ist das Thema auch nicht, aber es geht um den sogenannten „Monkey Mind“, also das Affengehirn, um es mal vielleicht blöd zu übersetzen. Das ist das Gefühl, wenn die Gedanken komplett außer Kontrolle geraten sind, wenn du vielleicht sogar an Zwangsgedanken leidest und manchmal das Gefühl hast, verrückt zu werden. Das hat einen Grund – und warum das so ist und wie du das vor allem auch lindern kannst, darüber sprechen wir in der nächsten Episode.

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