#022 Schleifen drehen, Fehler machen, trotzdem heilen? So lief mein Weg aus der Angst wirklich
Shownotes
👉 https://angst-toolbox.de/check-podcast – Wenn du auch diese Endlos-Schleifen kennst: Mache jetzt den Nervensystem-Check (kostenlos) und finde endlich heraus, warum du trotz allem, was du schon weißt und versucht hast, nicht rauskommst.
In dieser Folge erzähle ich dir ehrlich von meinem eigenen Weg mit Ängsten, Rückfällen und überraschenden Wendungen. Du erfährst, warum Fehler wertvolle Erfahrungen sein können und wie du auch ohne ständige Disziplin Fortschritte machst.
━━━━━━━━━━━━━━━━━━ MEINE UNTERSTÜTZUNG FÜR DICH ━━━━━━━━━━━━━━━━━━
✅ NERVENSYSTEM-CHECK (kostenlos):
Angst, Panik, innere Unruhe, Erschöpfung, Schwindel – viele, die seit Jahren damit kämpfen, wissen gar nicht, dass der eigentliche Ursprung das Nervensystem ist. In wenigen Minuten und mit sofortigem Ergebnis deckst du erstmals auf, warum dein Nervensystem aus der Balance geraten ist – und bisherige Versuche keinen dauerhaften Erfolg gebracht haben. Viele beschreiben genau das als ihr erstes echtes Aha-Erlebnis: Erst wenn du weißt, warum dein Körper so reagiert, kannst du gezielt gegensteuern. 👉 https://angst-toolbox.de/check-podcast
💻 WEBINAR – Jeden Dienstag, 19:00 Uhr:
Ich erzähle offen, welche Veränderung in meiner Denkweise nach Jahren den Wendepunkt bei mir ausgelöst hat. Kostenlos, persönlich, mit Zeit für deine Fragen. 👉 https://angst-toolbox.de/webinar-podcast
🛠️ DIE ANGST-TOOLBOX:
Du weißt viel. Du hast vieles versucht. Und dein Körper fährt trotzdem nicht runter. Die Angst-Toolbox ist ein mehrmonatiges Online-Programm – auf Basis eigener Erfahrung, das dein Nervensystem in drei Phasen stabilisiert: Intensivphase, Integrationsphase und Stabilisierung & Rückfallschutz. Für alle, die morgens mit Angst aufwachen, sich im Daueralarm fühlen – und endlich echte Veränderung wollen statt weiterer Symptomverwaltung. Mit persönlicher Begleitung. 👉 https://angst-toolbox.de/podcast
ÜBER DIESEN KANAL:
Ich bin Axel – psychologischer Berater und vorher selbst achteinhalb Jahre in der Angststörung gewesen. Ich spreche über das, was wirklich hilft – nicht als Theorie, sondern aus eigener Erfahrung und aus hunderten Gesprächen mit Menschen, die genauso feststecken wie ich es tat.
Alle Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei akuten Beschwerden wende dich bitte an einen Arzt oder Therapeuten.
Transkript anzeigen
00:00:00: Hast du dich schon mal gefragt, ob jemand mit Angststörung wirklich alle Tipps und Regeln immer konsequent umsetzt? In dieser Folge ziehe ich die Maske runter und erzähle ehrlich, wie viele Schleifen, Rückfälle und überraschende Wendungen mein Weg aus der Angst hatte. Heute lasse ich mal die Hosen runter – keine Angst, nicht wirklich –, aber ich möchte dir einen Einblick geben, wie inkonsequent ich damals während meiner generalisierten Angststörung war. Ich habe viele „Fehler“ gemacht, wenn man überhaupt von Fehlern sprechen kann. Nein, ich habe damals gar nicht alles perfekt gemacht.
00:02:12: Oft denkt man ja, Berater, Coaches, Trainer oder auch Therapeuten, die so etwas erlebt haben, hätten alles von Anfang an richtig gemacht und seien schneller da rausgekommen. Aber nein, auf gar keinen Fall! Durch diese Schule müssen alle durch, die das haben. Man lernt durch die Fehler – für sich selbst – und kann dann anderen eine wunderbare Hilfe sein, die gerade in dieser Spirale stecken.
00:03:45: Ich möchte mich heute also outen: Ich habe damals nicht alles perfekt gemacht. Ich habe sehr lange nach jemandem gesucht, der mir sagen konnte, wie er es geschafft hat – jemand, der mir vielleicht auch ein paar Experimente abnehmen konnte. Aber das ist schwer zu finden. Ich hatte damals einen guten Freund, der diese Krise auch hinter sich hatte. Er konnte mir sehr viel Mut zusprechen, und das war unglaublich hilfreich. Aber ansonsten – allein in der Weite des Internets, wie ich gern sage, oder im deutschen Hilfesystem – findest du kaum jemanden, der dir empathisch beisteht. Es gibt wunderbare Therapeuten, gar keine Frage, und Menschen, die die richtigen Worte finden. Aber auf dem Weg dorthin erlebt man auch viele Dinge, die einen zurückwerfen: Geschichten von Nachbarn, von anderen Leuten, vom Friseur, der einfach nicht aufhören kann, Negatives zu erzählen – und natürlich Dr. Google.
00:06:01: Die Weiten des Internets sind voller Trigger. Das ist ein großes Problem, wenn man jeden Tag nach einer beruhigenden Information sucht und am Ende den Browser mit einer Panikattacke schließt und sich fragt: „Warum habe ich das jetzt gemacht?“ Völlig normal – das geht vielen so. Ich konnte in meinem Bekannten- und Freundeskreis damals kaum jemanden finden, der wirklich Verständnis hatte. Woher auch? Menschen, die keine generalisierte Angststörung kennen, können schwer sagen: „Ich verstehe dich. Alles gut. Es ist nur das Nervensystem. Ich bin bei dir. Ich kann dir sagen, wie es weitergeht und dass es vorbeigeht.“ Das wäre natürlich optimal gewesen – hatte ich aber nicht.
00:08:22: Dann kamen die Rückfälle nach kleinen Besserungen. Mal war es eine halbe Stunde, mal eine Woche, in der es mir besser ging – und dann kam der Einbruch. Eigentlich müsste man denken: „Es war doch schon mal besser, also wird es wieder besser.“ Aber meine Erfahrung war, dass man dann genauso tief wieder drinsteckt und verzweifelt denkt, es geht nie vorbei. Diese Gedanken, Rückfälle und Neustarts sind bei Angststörungen absolut typisch. Ich habe damals meinen eigenen Maßnahmenplan erstellt – mit Tipps, Tricks und Empfehlungen, auch von Fachleuten, etwa meiner Therapeutin. Darin stand vieles wie: akzeptiere, gönn dir Ruhe, schlaf genug. Aber wie konsequent habe ich das umgesetzt?
00:10:31: Das Thema „Akzeptanz“ – die vermeintliche Lösung aller Probleme – habe ich natürlich nicht konsequent umgesetzt. Wie auch? Das ist schwer, besonders am Anfang, und die Zweifel sind groß: „Bringt das überhaupt was?“ Viele Erkenntnisse kamen erst im Laufe der Zeit, durch eigene Erfahrung. Diese Erfahrungen sind mit viel Leid, Schmerz, Rückschlägen, Misserfolgen und gelegentlichem Scheitern verbunden. Aber genau daraus lernt man. Man lernt durch das, was nicht funktioniert, dass es eben nicht funktioniert – und das ist oft der effektivste Weg.
00:12:03: Diese Erkenntnis, dass das eigene Erleben – so schmerzhaft es ist – eine wertvolle Erfahrung ist, ist zentral. Das ist auch ein wichtiges Thema in der „Angst Toolbox“, meinem Online-Programm für Menschen mit Angststörung. Wenn man das einmal verstanden hat, sind Rückschläge zwar immer noch unangenehm, aber keine Katastrophe mehr. Sie gehören dazu und sind Bausteine auf dem Weg zur Besserung. Nein, ich habe früher nicht alles konsequent umgesetzt. Ich habe mich abgelenkt – obwohl Ablenkung eigentlich keine empfohlene Maßnahme ist. Ich habe nicht immer auf das gehört, was in der Packungsbeilage meiner Antidepressiva stand. Ich habe mir ab und zu ein Feierabendbier gegönnt. Das soll kein Aufruf sein – um Gottes willen –, aber ich war einfach ehrlich mit mir und habe gemacht, was mir gut tat.
00:14:01: Stell dir vor, du willst einen verwilderten Garten in ein schönes Beet verwandeln. Mit wenigen Handgriffen und den richtigen Maßnahmen siehst du schon bald erste bunte Blumen, während das letzte Unkraut noch warten darf. Dieses Bild beschreibt das sogenannte Pareto-Prinzip: Mit 20 % deiner Energie erreichst du 80 % des Fortschritts. Das bedeutet: Wenn du dich auf die wesentlichen Dinge konzentrierst, kannst du große Veränderungen erzielen, ohne perfekt zu sein. 100 % sind weder realistisch noch wünschenswert. Bei der Genesung von einer Angststörung reichen oft diese 80 %.
00:15:43: Das Leben sieht danach oft anders aus. Ich bin heute glücklicher als vor meiner Angststörung. Vielleicht liegt es an der Angst selbst – sie hat mich verändert. Ich mache mir weniger Stress, lebe lockerer und tue, was mir Freude macht. Das sind Aspekte, über die ich auch in anderen Podcast-Folgen spreche. Perfektion ist weder möglich noch nötig. Ich möchte dich ermutigen, deinen eigenen Weg zu gehen und auch Fehler zu machen. Es sind keine Fehler, sondern Erfahrungen.
00:17:02: Wenn andere dich vor Fehlern warnen, mach sie trotzdem. So lernst du. Ich habe drei Kinder – und als wir das erste erwarteten, gaben uns unsere Eltern viele Tipps, was wir besser machen sollten. Wir haben die „Fehler“ trotzdem gemacht. Und genau das war richtig, denn erst durch eigenes Erleben versteht man, was passt. Jeder Mensch ist anders, jede Angststörung verläuft anders. Deswegen ist auch die „Angst Toolbox“ kein starres Tippsystem, sondern eine Begleitung, die unterschiedliche Wege aufzeigt. Fehler gehören zum Weg.
00:18:25: Wenn du schon vieles ausprobiert hast und immer wieder Rückschläge erlebst – das ist normal. Eine Angststörung vergeht nicht über Nacht. Rückschläge sind ein Teil des Lernprozesses. Jedes Mal, wenn du Symptome spürst, lernst du. Und jeder gute Tag ist ebenso Teil des Prozesses. Wenn du möchtest, schau dir die Angst Toolbox an – dort habe ich meine eigenen Erkenntnisse und die Erfahrungen aus vielen Coachings zusammengetragen. Es gibt eine Variante mit persönlicher Begleitung, und die Inhalte entwickeln sich ständig weiter.
00:19:40: Ganz wichtig: Es gibt keinen geradlinigen Weg. Ich hatte vier Angstepisoden über sieben bis acht Jahre, mit beschwerdefreien Zeiten dazwischen. Jedes Mal dachte ich: „Was muss ich das nächste Mal anders machen?“ Vermeiden kann man es vielleicht nicht ganz – aber man kann lernen, das Leben gelassener zu gestalten. Das Leben ist kein gerader Weg. Eine Angststörung gehört dazu, und sie hat – so unglaublich es klingt – auch positive Aspekte. Bleib dran. Gib niemals auf. Du kommst immer ein Stück weiter, auch wenn du es nicht merkst. Höre auf dich selbst, auf deine Intuition, auf das, was dir guttut. Und wenn du das verlernt hast, dann lerne es wieder. Das ist eine meiner größten Erkenntnisse aus meinen eigenen Phasen. In der nächsten Folge verrate ich dir zwei unscheinbare, aber mächtige Wörter, die dein Leben verändern können. Sei gespannt – denn wenn du sie erkennst, verändert sich vieles.
Neuer Kommentar