#029 Ständige innere Unruhe: Sabotiert dein Handy dein Nervensystem?
Shownotes
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In dieser Episode erfährst du, warum ständige Erreichbarkeit, Notifications und das reflexartige "Symptome googeln" deinen Körper in ständiger Alarmbereitschaft halten. Wir schauen uns an, wie dein Smartphone als moderner Stressverstärker wirkt, Dopamin-Schleifen erzeugt und emotionale Abhängigkeit fördert. Vor allem aber bekommst du konkrete Impulse, wie du dein Nervensystem beruhigen und wieder echte Pausen ohne digitale Reizüberflutung in deinen Alltag integrieren kannst.
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ÜBER DIESEN KANAL:
Ich bin Axel – psychologischer Berater und vorher selbst achteinhalb Jahre in der Angststörung gewesen. Ich spreche über das, was wirklich hilft – nicht als Theorie, sondern aus eigener Erfahrung und aus hunderten Gesprächen mit Menschen, die genauso feststecken wie ich es tat.
Alle Inhalte dienen ausschließlich Informationszwecken und ersetzen keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Bei akuten Beschwerden wende dich bitte an einen Arzt oder Therapeuten.
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00:00:00: Hast du dich schon mal gefragt, warum dein Körper selbst dann nicht zur Ruhe kommt, wenn eigentlich alles still ist? Vielleicht liegt es nicht an dir, sondern an einem kleinen Gerät, das du ständig bei dir trägst.
00:00:18: In dieser Folge schauen wir uns an, was dein Smartphone wirklich mit deinem Nervensystem macht. In diesem Podcast gibt es ja auch die Kommentarfunktion, zumindest bei den meisten Plattformen, zum Beispiel Spotify und YouTube. Und da hat im November ein Hörer meines Podcasts eine Frage reingeschrieben, und zwar: Wie wirkt sich denn das Smartphone auf unser Nervensystem aus? Das würde ihn mal brennend interessieren, und ich greife diese Frage auf und mache eine Episode dafür – nämlich diese, mit der ich dieses Thema einfach auch mal durchleuchten möchte.
00:01:07: Ich mein, wir alle wissen, das Smartphone ist toll, und es verursacht Stress – die beiden Sachen. Das ist uns durchaus bewusst, aber ich möcht das Ganze so ein kleines bisschen detaillierter betrachten, natürlich meine eigene Erfahrung mit einfließen lassen, und ich möchte dich auch zum Nachdenken anregen. Es ist nämlich schon ganz schön krass. Ich freu mich auch sehr auf diese Folge, die aufzunehmen eine ganze Menge Spaß macht, und in jeder Folge natürlich auch wieder der Disclaimer, dass die Inhalte dieses Podcasts wirklich rein informativ für dich sind und in keiner Weise eine ärztliche oder therapeutische Beratung ersetzen.
00:01:53: Das heißt, wenn du wirklich in einer psychischen Krise steckst, wie in einer Angststörung, ist dieser Podcast dafür gemacht, aber nicht als Therapie oder Heilmethode, sondern einfach nur als Informationsquelle für dich. Und bitte dementsprechend auch nutzen und lass dich auf jeden Fall auch noch mal persönlich von einer Fachperson beraten, die dir auch richtig weiterhelfen kann.
00:02:23: Schauen wir uns das Smartphone als modernes Schweizer Taschenmesser an. Also, so haben wir es auch vielleicht schon mal bezeichnet und auch schon mal gehört: Es ist verdammt hilfreich und es ist allgegenwärtig. Wir haben es immer zur Hand, deswegen heißt es ja auch Handy – Handy übrigens aus dem Englischen von „praktisch“. Aber ist es immer praktisch? Nein. Das wirst du natürlich selber dir beantworten können.
00:02:58: Es ist manchmal auch nicht so gut, also mehr oder weniger. Es gibt Menschen, die haben es schon mal in die Ecke geschmissen, weil es einfach Stress ausgelöst hat oder weil es nicht die Information angeboten hat, die sie in dem Moment dann auch erwartet haben. Aber grundsätzlich ist es schon ein großes Hilfsmittel. Wenn wir jetzt überlegen: Es ist die Kamera drin, Wecker, Erinnerungsfunktion, ein Tracker. Ich kann meinen Kontostand abrufen, das Wetter, Verkehrsplanung – und das ist praktisch.
00:03:36: Und gewiss ist es dann hilfreich, wenn wir etwas tun möchten, was wir brauchen. Und deswegen ist heutzutage eher das Problem, dass der Akku schon mal leer ist oder halt der Empfang schlecht ist, in irgendeinem Gebäude herrschen neue Stressfaktoren. Aber auf diese peripheren Probleme möchte ich gar nicht eingehen, sondern auf das Smartphone selbst.
00:04:05: Und wenn wir das jetzt mal kurz einordnen: Ist das Smartphone, das Handy, ein neues Phänomen, und unser Nervensystem ist eher evolutionär und schon sehr alt und im Laufe der Jahrmillionen entstanden und definitiv nicht auf ein Smartphone vorbereitet – auf Funktionsumfang und Fülle an Möglichkeiten.
00:04:33: Stell dir mal dieses Bild vor: Ein Reh am Waldrand, oder in einem Rehwald, und jede Notification, jedes Geräusch, jede Meldung, die auf deinem Handy aufploppt, ist ein knackender Ast an diesem Waldrand. Da brauch ich nicht viel zu erzählen, du weißt, was mit dem Reh passiert, was es macht.
00:04:59: Dein Nervensystem hat sich einfach daran gewöhnt, dass da ständig irgendwas kommt, ein Klingeln oder Brummen oder was auch immer. Und wenn da nichts passiert, dann erwartet man, dass irgendwann was passiert – wie ein Reh, das völlig nervös ist, obwohl keine echte Gefahr da ist, aber in einer permanenten Alarmbereitschaft.
00:05:27: Rein psychologisch gesehen ist man psychologisch in einer Habachtstellung gewöhnt. Und zusätzlich zu all diesen Faktoren wie Lärm, Licht, schmutzige Luft, Terminkalender voll, das schlechte Gewissen und, und, und kommt dann noch zusätzlich ein technisches Gerät, was immer so dazwischenfunkt – im wahrsten Sinne.
00:05:55: Und das Ergebnis ist Daueranspannung, innere Unruhe, Erschöpfung. Und ich werde auch oft gefragt, in „Die Angst“ – das ist mein Online-Programm bei Angststörung: Glaubst du, Axel, dass das Handy eine Angststörung auslösen kann? Und da muss ich sagen: Weiß ich nicht. Also, so weit würde ich nicht gehen und sagen, das Handy ist schuld.
00:06:26: Aber wir nutzen es oft so, dass es krank machen kann, wenn wir es zu sehr nutzen oder wenn das Handy uns zu sehr bestimmt. Und wenn man schon mal in einer psychischen Krise ist, wie in einer Angststörung oder einer Panikstörung oder einfach permanente innere Unruhe hat, dann ist das Handy Fluch und Segen zugleich. Das heißt, es kann auch die Situation verschlimmern und verlängern.
00:06:58: Zum Thema Fremdbestimmung: Das ist ja auch ein Phänomen, das wir so früher eigentlich nicht kannten oder vielleicht eher in einem anderen Maße. Fremdbestimmung heißt ja – also jetzt mal im Tagesablauf gesehen: Ich tue gerade was, ich bin mit etwas beschäftigt. Ich lese etwas oder ich mache mir gerade Gedanken über irgendetwas. Ich bin mit meinem Kopf gerade in einer Sache konzentriert und beschäftigt.
00:07:29: Dann war es ja bisher auch immer schon mal so, dass dann jemand hereinkommt oder vorbeigeht und einen anquatscht, oder das Telefon klingelt, und man aus dem Flow raus muss. Das muss auch nichts Schlimmes sein, solange es nicht ständig passiert. Das Handy selber ist aber immer bei uns, und diese Notifications sind ja etwas Neues, das einem etwas präsentiert – auch wenn eine Sache passiert, die absolut nicht dringend ist.
00:07:59: Beispiel: eine E-Mail oder Breaking News im Weltgeschehen in einer Nachrichten-App. Die kommen dann sofort und sind dann oftmals auch so aufbereitet, dass sie dazu einladen, das Handy zu nehmen, die App zu öffnen und weiter reinzulesen. Das ist eine Ablenkung.
00:08:22: Und bei der besagten Person, die einen anspricht, ist das zwei-, dreimal am Tag in der Regel, wobei heutzutage in Großraumbüros auf der Arbeit kommt das häufiger als früher – das ist eine Entwicklung. Aber beim Thema Handy ist ständig eine kleine neue Information.
00:08:44: Und dann kannst du ja mal selber für dich überprüfen: Wie viele Notifications hast du überhaupt so eingestellt? Wie oft klappt dein Handy eigentlich auf, und das Display geht an, ertönt irgendein Geräusch, und du lässt dich davon auch wirklich immer ablenken?
00:09:05: Die junge Generation – ich hab selber drei Kinder –, die machen das ganz häufig und können damit auch gut umgehen, gar keine Frage. Für mich wäre das völlige Überforderung, aber die machen das schon ganz gut. Aber es macht trotzdem Stress.
00:09:27: Dann gibt es natürlich auch etwas, was von so einer Neuigkeit auf dem Smartphone ausgeht: auch ganz schön – so kleine Dopaminschübe. Und vielleicht: Dopamin ist ein Glücks- oder Belohnungshormon, das wir bei neuen Informationen oft bekommen oder auch bei anderen Momenten, die uns Spaß machen im Leben.
00:09:52: Und wenn wir von irgendjemandem geliked werden oder wir bekommen eine Antwort auf eine Nachricht, dann haben wir einfach einen kleinen Dopaminschub, und das ist natürlich schön. Das möchte man dann auch ein bisschen häufiger haben. Und deswegen kann das sogar in gewisser Weise süchtig machen, dass wir immer wieder gerne Dopamin haben möchten.
00:10:16: Und deswegen stellen wir in den sozialen Netzen und in unseren Mitteilungs-Apps auch gerne Push-Nachrichten ein, sodass wir da nichts verpassen. Nichts verpassen – auf der anderen Seite verständlich. Und dann gibt es auch die, die E-Mail komplett abstellen und auch Nachrichten, WhatsApp, SMS, aber auch Social Media – da geht nichts mehr.
00:10:41: Also eher nicht fremdbestimmt, aber trotzdem habe ich immer mal wieder dieses Bedürfnis: Ich muss nachsehen. Ich möchte, wenn ich auf dem Klo sitze, dann das Handy vielleicht auch nutzen, und diese drei Minuten, die man da ja ruhige Zeit hat und einen sonst keiner stört, kann man noch mal nachgucken, was es Neues gibt in der Smartphone-Tiefe.
00:11:06: Und das ist natürlich auch eine Konditionierung, da reinzuschauen – einfach, um die Zeit zu nutzen und auch um etwas zu bekommen. Ganz viele, mit denen ich mich auch austausche, sagen, dass das ein Stressfaktor ist, den sie eigentlich selbst bestimmen könnten. Aber das ist schwer zu tun, und das verstehe ich.
00:11:30: Und es geht nicht darum, dass man sich da überhaupt gar nicht mehr stresst. Dann haben wir das Thema Vagheit und emotionale Abhängigkeit. Das ist eigentlich, finde ich, mit das gesellschaftliche Smartphone-Problem, was am größten ist – nämlich, wenn andere von einem erwarten, dass man immer erreichbar sein muss.
00:11:55: Ist es ein Problem, dann würde ich diese Person ansprechen und sagen, dass das so nicht geht. Aber ich glaube, das ist gar nicht die größte Schwierigkeit, sondern wir haben das Gefühl, wir möchten erreichbar sein – gerade wenn wir hilfsbedürftige Personen haben, uns um Kinder oder Eltern oder den Ehepartner kümmern.
00:12:19: Und wir haben ein ungutes Gefühl, wenn wir dann nicht erreichbar sind. Und natürlich: Wenn ich meinen Kindern sage, ich bin da jetzt mal nicht erreichbar, dann ist das in Ordnung. Es gibt immer Möglichkeiten, mich zu erreichen, aber manchmal – unterwegs im Auto – kann man natürlich nicht immer antworten.
00:12:43: Ich beobachte bei den sehr jungen Leuten eine starke Erwartungshaltung, weil ich auch oft höre: „Warum hat er denn noch nicht geantwortet? Er hat es doch gelesen“ oder „Die hat es gelesen vor einer Stunde, aber noch nicht geantwortet.“ Und das ist natürlich auch nicht nur Stress beim Empfänger, sondern auch beim Sender.
00:13:08: Und es gibt Menschen, die den ganzen Tag in WhatsApp oder in den Social-Media-Kanälen hängen und möchten dann immer sofort eine Reaktion sehen, ansonsten werden sie unruhig. Jeder kann damit umgehen, wie er möchte – ich möchte nur darlegen, wozu das führen kann.
00:13:30: Und das, ja, und dann ist da noch etwas, das ich immer ganz gerne anspreche, weil ich hab das bei mir in der Familie mitbekommen, aber auch bei Teilnehmern: und zwar Standortfreigaben und Kontrollstress. Es gibt ja so ein paar schöne Apps, mit denen kann man sich selber und anderen immer den Standort freigeben.
00:13:55: Ich mach das schon mal mit WhatsApp, dass ich für eine Stunde mal zeige, wo ich bin, wenn ich irgendwo hinfahre, damit derjenige, zu dem ich fahre, ungefähr sieht, wie weit ich bin. Und es gibt Menschen, die haben diese Funktion immer an.
00:14:15: Uns wurde in einem Gespräch berichtet, dass die Mutter einer Verwandten erzählt hat, wie sie den blauen Punkt oder irgendeinen Punkt – ich weiß nicht, in welcher App – von ihrer Tochter sehen konnte, die jetzt gerade den Führerschein gemacht hatte, also alleine im Auto irgendwo unterwegs war. Und die Mutter wollte einfach mal gucken, wo diese Tochter ist.
00:14:41: Und dann hat sie diesen Punkt auf der Landkarte gesehen, und der bewegte sich aber nicht. Der war mitten auf der Autobahn an einer Stelle und war zehn Minuten später immer noch an derselben Stelle. Und diese Mutter – also diese Verwandte von mir – ist dann panisch geworden, weil sie sofort eine Katastrophe im Kopf hatte und sich ausgemalt hat, dass ihre Tochter im Graben liegt, vielleicht ohne Hilfe.
00:15:09: Der Grund dafür war, dass die Information in dem Moment nicht aktualisiert wurde. Aber natürlich ist nichts passiert, und sie kam auch an ihrem Ziel an. Aber ganz ehrlich: Wenn Information vorhanden ist und auch das Ausbleiben von einer direkten Antwort oder das Nicht-Erreichen einer Person plötzlich Angst machen, dann gehen wir mit dieser Technologie nicht richtig um.
00:15:38: Dann ist es doch besser, man vereinbart, dass man nicht immer in Echtzeit sehen muss, wo der andere ist, und man muss nicht immer in Echtzeit antworten oder in Echtzeit erreichbar sein. Dann macht man sich automatisch weniger Stress.
00:15:59: Und ich gehe fest davon aus, dass du das kennst, dass du durch das Fehlen einer Echtzeit-Information oder einer Echtzeit-Reaktion oder durch zu viel Information schon mal Stress, Angst oder sogar Panik hattest – ganz ohne lange Doktor-Google-Suchen.
00:16:21: Doktor Google ist für mich auch ein schönes Beispiel. Angenommen, du hast eine innere Unruhe, ein bisschen Angst und spürst ein Ziehen im Nacken oder einen Kopfschmerz auf der rechten Seite, der schon seit zwei Tagen da ist. Was machen wir typischerweise oder oft? Wir schauen mal nach, was das sein könnte.
00:16:45: Und was immer rauskommt: eine schwere Krankheit, Krebs oder Schlaganfall. Also Symptome eingeben ins Handy – ist ein großer Fehler. Das hab ich auch gemacht und hab dann auch regelmäßig eine Panikattacke geerntet. Das macht so keinen Sinn.
00:17:07: Also, Doktor Google liefert Katastrophen, und das Nervensystem kommt da nicht zur Ruhe. Das heißt, zu der schon vorhandenen Unruhe und Angst kommt dann noch stärkere Angst dazu.
00:17:26: Ja, das ist ein Thema, ein separates Thema, das man natürlich auch angehen muss – am besten, indem man bei Problemen einfach nicht auf Symptomsuche im Internet geht. Und da gibt es zum Beispiel Möglichkeiten wie die „Angst Toolbox“, in der ich triggerfrei Sachen so erkläre, dass sie die Angst nicht noch verstärken.
00:17:51: Also, wie gesagt: Das Smartphone sollten wir etwas bewusster nutzen. Ja, es ist ein großer Treiber, aber wir sollten es vor allem aktiv benutzen, und es sollte nicht uns steuern und uns benutzen. Und Apps und Social-Media-Konzerne sollten nicht uns nutzen, sondern wir sollten verantwortungsvoll damit umgehen, wie wir die Vorteile und die Dienste nutzen möchten, die wir gut finden – und da auch gewissem Gruppendruck standhalten.
00:18:23: Man muss nicht eine Nachricht sofort beantworten. Und wenn das bisher die Erwartungshaltung ist, dann kann man das ja auch mal besprechen, dass man etwas später antwortet. Also, das hab ich definitiv auch in meinem Freundeskreis durchgesetzt.
00:18:42: Ich würde Push-Nachrichten reduzieren. Ich würde mal durchgehen – es gibt ja in den Einstellungen immer die Möglichkeit, die Mitteilungen anzeigen zu lassen –, und man ist erstaunt, welche Apps von selber reagieren dürfen. Und davon kann man ja mal ein paar deaktivieren und auch schauen, ob dich das weiterbringt oder nicht.
00:19:07: Ich würde auch feste smartphonefreie Zeiten einplanen. Ich habe davon noch zu wenig. Einmal die Woche, wenn ich in die Sauna gehe – vier Stunden –, schließe ich das Handy ins Schließfach. Nachts natürlich auch.
00:19:27: Und das mit der Sauna, das ist interessant, weil man hat ja zwischen den Saunagängen so Ruhepausen, und viele haben das Smartphone in der Hand, von den Leuten, die da auch sind. Ich nicht, aber immer, wenn mir ein Gedanke gerade kommt: „Da könnte ich mal nachgucken“, dann will ich intuitiv das Smartphone nehmen – das aber nicht da ist.
00:19:52: Dann fällt mir auf, wie oft man das eigentlich unbewusst möchte. Und diese Erkenntnis – es ist jetzt grad nicht da – ist eigentlich total schön. Ruhe, natürlich auch ein bisschen Langeweile, aber das ist ja auch bewusst. Und vor allem auch nicht erreichbar zu sein, das tut gut.
00:20:17: Wie ist denn dein Verhältnis zu deinem Smartphone? Beruhigt es dich oder stresst es dich eher? Wenn du möchtest, schreib mal deine Erfahrung, deine Meinung auch in die Kommentare – für mich interessant, aber auch für viele andere, die dort reinschauen. Also, tu das gerne, wenn du möchtest.
00:20:44: Ja, und abschließend möchte ich nur sagen: Du bist der Chef über dein Nervensystem, und du bist der Chef über dein Smartphone. Richte es dir so ein, wie es für dich passt. Aber nutze auch die Möglichkeiten, Fokusmodus zu benutzen, auch mal den Flugmodus zu benutzen oder Notifications zu reduzieren oder dir selber mal eine Pause zu gönnen und es ab und zu mal wegzulegen.
00:21:15: Aber bestimme das mal für dich selbst. Vielleicht ist diese Episode auch ein kleiner Impuls dazu. Ja, und dann wirst du auch merken, dass dein Nervensystem dadurch entlastet wird.
00:21:35: Wenn dich gerade die Alltagsphänomene, die wir heutzutage alle erleben – nicht nur das Smartphone, sondern auch die anderen – interessieren und wenn du da tiefer einsteigen möchtest: Das Thema Nervensystem und Reizüberflutung ist ein fester Bestandteil der Angst Toolbox.
00:21:58: Und allein sich das mal bewusst zu machen, welchen Stressoren wir ausgeliefert sind in unserer modernen Welt und in unserer modernen Gesellschaft, das ist schon manchmal ganz schön heilsam.
00:22:17: Was für ein Thema haben wir denn in der nächsten Folge? Und dann greife ich auch etwas auf, was ich selbst erlebt habe, was aber auch vielen Betroffenen einer Angststörung zu schaffen macht – und zwar, dass eine Angststörung, eine Episode, auch immer mal wiederkommen kann.
00:22:42: Also, auch wenn man sich richtig, richtig gut fühlt und vielleicht auch mal Jahre Ruhe hat – die kann natürlich wiederkommen. Dann hat man eine rezidivierende Episode, also einen echten Rückfall. Kenne ich gut, sehr gut, und es kann bei mir natürlich auch passieren. Da bin ich mir durchaus bewusst.
00:23:09: Und da gibt es natürlich – also erst mal ist wichtig, aufzuklären: Es muss nicht sein, aber es ist möglich. Und dann ist es wichtig, dass man sich dann auch ein bisschen vorbereitet, dass man dann auch ein bisschen anders damit umgeht, vielleicht nicht so viel Öl ins Feuer gießt.
00:23:32: Ja, und dann gibt es natürlich diese Frage, diesen Mythos, den ich auch oft höre: „Na, so richtig geht die Angst nie weg.“ Ja, und da möchte ich aufklären. Also, das halte ich für eine generelle Aussage, die ich so nicht unterschreiben würde.
00:23:55: Aber vielleicht bist du ja auch jemand, der das jetzt zum wiederholten Male erlebt und sich fragt, wie man so endgültig wirklich rauskommen kann oder wie man zumindest die Intensität abmildert oder die Dauer einer Episode.
00:24:16: Na, wenn dich das interessiert, dann freue ich mich, wenn du wieder in der nächsten Episode mit dabei bist. Bis dann!
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